Projekt

UNCOVER. Ostdeutsche Künstler:innen zwischen Zuschreiben und Sichtbarkeit

Ausstellungsprojekt von Women in Arts and Media e. V. verbindet digitale 3D-Ausstellung, analoge Präsentation und Podcastreihe

Die ostdeutsche Kunstgeschichte ist reich an eigenständigen Positionen – und doch sind viele Künstler:innen bis heute kaum über regionale Kontexte hinaus sichtbar. Das Ausstellungsprojekt „UNCOVER. Ostdeutsche Künstler:innen zwischen Zuschreiben und Sichtbarkeit“ bringt sechs ostdeutsche Künstler:innen aus vier Generationen zusammen und fragt, wie Herkunft, Geschlecht, gesellschaftliche Umbrüche und institutionelle Ausschlüsse künstlerische Lebenswege prägen.

Herkunft und Geschlecht bilden die kuratorische Klammer des Projekts. Im Mittelpunkt stehen Erfahrungen, die nicht immer unmittelbar als Motiv oder Thema in den Werken erscheinen, aber Biografien, Ausbildungswege, Arbeitsbedingungen, Netzwerke und Möglichkeiten der Anerkennung nachhaltig beeinflussen. UNCOVER richtet den Blick auf Künstler:innen, die sich in unterschiedlichen historischen Situationen behauptet haben: in männlich dominierten Ausbildungs- und Kunstsystemen, unter den Begrenzungen der DDR, in den Brüchen der Transformationszeit und in einem gesamtdeutschen Kunstbetrieb, in dem ostdeutsche Biografien lange randständig blieben.

Die Auswahl folgt bewusst einer zeithistorischen Perspektive. Sie umfasst Künstler:innen, deren Laufbahn in der DDR begann, ebenso wie Positionen, die durch Systemwechsel, Nachwendezeit und das vereinte Deutschland geprägt wurden. Sichtbar werden Brüche, Kontinuitäten und Neuanfänge – aber auch Strategien, mit denen Künstler:innen gesellschaftliche Erwartungen, institutionelle Hürden oder geschlechterbezogene Zuschreibungen umgingen, verschoben oder in eigene ästhetische Formen übersetzten.

Das Projekt verbindet drei Formate: Eine digitale 3D-Ausstellung bildet einen interaktiven Ausstellungsraum, in dem die beteiligten Künstler:innen über Schlüsselwerke, biografische Stationen und begleitende Podcastfolgen vorgestellt werden. Die analoge Ausstellung im B-Part Exhibition am Gleisdreieck in Berlin eröffnet am 6. November 2026; die Laufzeit ist vom 7. November bis 5. Dezember 2026. In den für die Podcastreihe geführten Gesprächen sprechen die Künstler:innen über ihre Wege in die Kunst, ostdeutsche Herkunft, Sichtbarkeit, ökonomische Rahmenbedingungen und Brüche im eigenen künstlerischen Lebensweg.

UNCOVER ist ein Projekt von Women in Arts and Media e. V. (WAM). Der Verein setzt sich für mehr Sichtbarkeit, Vernetzung und Repräsentation von Frauen und marginalisierten Positionen in Kunst, Kultur und Medien ein. Mit UNCOVER bringt WAM Perspektiven ostdeutscher Künstler:innen in aktuelle Debatten um Erinnerung, Repräsentation und kulturelle Teilhabe ein.

Der digitale Ausstellungsraum bleibt über die analoge Präsentation hinaus online und soll in den kommenden Jahren erweitert werden. Folgeausstellungen in anderen Bundesländern sind geplant. So wird UNCOVER mit jeder neuen Ausstellung weitere Künstler:innen, Orte und Perspektiven sichtbar machen.

Ausstellung: 7. November bis 5. Dezember 2026

Eröffnung: 6. November 2026, 18 Uhr
Ort: B-Part Exhibition am Gleisdreieck, Berlin

Instagram: @uncover_ost

Projektträger: Women in Arts and Media e. V.